Kennzeichnend für die Entwicklung der Gesundheitslage von Kindern und Jugendlichen im zurückliegenden Jahrhundert ist ein historisch beispielloser Rückgang der Säuglings-, Kinder- und Müttersterblichkeit. In den westlichen Industrienationen ist die Vermeidung des Todes heute als gesundheitspolitisches Anliegen eher in den Hintergrund getreten. Auch der aktuelle WHO-Gesundheitsbegriff trägt diesen neuen Entwicklungen Rechnung, indem er nicht mehr in erster Linie auf die weitere Steigerung der Lebenserwartung setzt, sondern das körperliche, seelische und soziale Wohlsein als die gesundheitspolitische Zukunftsaufgabe herausstellt.
Es fehlen Daten und Erkenntnisse.
Für die Beschreibung der Sterblichkeit war historisch die amtliche Statistik eine geeignete Quelle. Durch die Schwerpunktverschiebung ergibt sich jedoch ein völlig neuer Bedarf an Daten und Erkenntnissen zur gesundheitlichen Situation von Kindern und Jugendlichen. Die existierenden amtlichen Statistiken decken die heute relevanten Themen entweder nicht ab oder lassen wegen ihrer Beschränkung auf Teilaspekte, bestimmte Altersgruppen und/oder Regionen sowie wegen nicht vergleichbarer Erhebungsmethoden keine bundesweit und über Raum und Zeit gültigen Aussagen zu.
Stand: Januar 2011