Diese Frage von Eltern nach dem Nutzen einer Kontrolle des Gesundheitszustandes ihres Kindes durch diese Studie scheint berechtigt. Denn versicherte Kinder werden ja auch bei Früherkennungsuntersuchungen, die bis zum 6. Lebensjahr beim Kinderarzt in Anspruch genommen werden können, gründlich nach bestimmten altersspezifischen Untersuchungsschwerpunkten untersucht.
Ziel dieser Untersuchung ist es aber, die Entwicklung des Kindes kontinuierlich zu verfolgen und rechtzeitig Entwicklungsauffälligkeiten und Krankheiten zu erkennen. Auch der Öffentliche Gesundheitsdienst überprüft bei der Schuleingangsuntersuchung ausgewählte Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder in Bezug auf die Anforderungen des Schulbesuches. Für die Altersgruppe der 11 - 15jährigen gibt es seit 1997 die J1 (Jugenduntersuchung), die besonders die Wachstumsveränderungen in der Pubertät und damit zusammenhängende Beschwerden und Krankheiten im Blickfeld hat.
Besonderheiten der KiGGS-Studie
Die KiGGS-Studie unterscheidet sich von diesen Untersuchungen dadurch, dass sie Kinder aller Altersgruppen erfasst und nur einmal durchgeführt wird. Der Nutzen einer Teilnahme besteht vor allem darin, dass Untersuchungen durchgeführt werden, die über das Spektrum der Vorsorgeuntersuchungen hinausgehen und die auch für die Eltern und das Kind oder Jugendlichen von Interesse sein können. Zum anderen könnten Kinder davon profitieren, in einem Alter untersucht zu werden, für die keine Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen sind.
Die erweiterten Untersuchungen betreffen neben Informationen zur körperlichen Entwicklung einschließlich der Hautfettfaltendicke die Untersuchung der Reaktionsfähigkeit, der Fein- und Grobkoordination bei Vorschul- oder Grundschulkindern bzw. die körperliche Ausdauer bei Kindern über 10 Jahren. Weiterhin wird die Sehtüchtigkeit geprüft, mit einem kindgerechten Test bereits ab dem 3. Lebensjahr, der Blutdruck kontrolliert und der Urin vor Ort untersucht.
Stimmen Eltern und Kinder einer Blutabnahme zu, erhalten sie nach der Laboranalyse einen Befund zugesandt, der sie über den Erfolg bereits erhaltener Impfungen anhand des Antikörperspiegels informiert und einen Überblick über eventuelle Überempfindlichkeiten (allergische Sensibilisierung) gegen bestimmte Stoffe und wesentliche Blutparameter ermöglicht.
Anhand der Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse (Sonografie) wird bei Kindern ab dem 11. Lj. auch das Volumen der Schilddrüse ermittelt und in Verbindung mit dem Blutbefund der Schilddrüsenhormone eingeschätzt, ob der Befund normal ist oder ein Jodmangel vorliegt.
Solche umfangreichen Laboranalysen können aus Kostengründen routinemäßig nicht durchgeführt werden.
Darüber hinaus können mit der Gesamtauswertung der Befunde aller untersuchten Kinder wesentliche Gesundheitsprobleme in den verschieden Altersgruppen besser erkannt und in der gesundheitlichen Betreuung berücksichtigt werden.