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Vorstellung des Moduls "Psychische Gesundheit"

Epidemiologisches Bulletin 01.04

Über den modularen Aufbau des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des RKI (KIGGS) wurde im Epidemiologischen Bulletin 14/2003 berichtet, bereits mehrfach wurden ausgewählte Teilaspekte und das Motorik-Modul vorgestellt (Epid. Bull. 29, 34, 39, 45, 49/03).

Das Modul „Psychische Gesundheit“ besteht aus einer Befragung zum seelischen Wohlbefinden und Verhalten, der sogenannten BELLA-Studie. Sie wird von der Epidemiologischen Forschungsgruppe „Subjektive Kinder- und Jugendgesundheit“ am RKI in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt und vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gefördert. Die Studie hat das Ziel, die im Survey KIGGS erhobenen Eckdaten zur psychischen Gesundheit und Lebensqualität zu nutzen und diese mittels spezifischer Fragestellungen und Untersuchungsinstrumente zu vertiefen.

Neuere Studien zeigen, dass psychische Auffälligkeiten und Störungen schon bei Kindern und Jugendlichen häufig sind, lang anhalten und erhebliche Kosten im Gesundheitswesen verursachen. Eine detaillierte Erfassung des psychischen Gesundheitszustands der Kinder und Jugendlichen in Deutschland ist daher notwendig, um gezielte Präventionsmaßnahmen ableiten zu können. Das Modul bietet erstmals die Möglichkeit, psychische Auffälligkeiten und Störungen mit Daten zur körperlichen Gesundheit, weiteren vielfältigen Einflüssen auf die psychische Gesundheit (Risiko- und Schutzfaktoren) und den mit ihnen assoziierten Beeinträchtigungen der Lebensqualität in Zusammenhang zu setzen.

Das Modul zur psychischen Gesundheit beschäftigt sich mit drei Haupt-Fragestellungen:

- Wie ist die Prävalenz psychischer Auffälligkeiten und Störungen?
- Welche Risiken und Ressourcen für die psychische Gesundheit und
  die gesundheitsbezogene Lebensqualität lassen sich bei Kindern
  und Jugendlichen identifizieren?
- Wie wirken sich Belastungen und Ressourcen im zeitlichen Verlauf
  auf psychische Auffälligkeiten und damit assoziierte
  Einschränkungen und Behinderungen aus?

Die Modul-Stichprobe umfasst eine repräsentative Teilstichprobe von etwa 4.000 Teilnehmern am KIGGS im Alter von 7 bis 17 Jahren. Parallel dazu wird in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf eine Stichprobe von etwa 200 Kindern und Jugendlichen in die Studie einbezogen, die wegen psychischer Auffälligkeiten eine Behandlung in Anspruch nehmen.

Zusätzlich zur Untersuchung in dem als Querschnittsstudie angelegten Teil des KIGGS werden einige der am Modul „Psychische Gesundheit“ teilnehmenden Kinder und Jugendlichen in einem als Längsschnittstudie angelegten Untersuchungsteil je ein und zwei Jahre später wiederholt befragt, um die Stabilität psychischer Auffälligkeiten sowie die Wirkweisen und Effektstärken von Belastungen und Ressourcen im zeitlichen Verlauf zu erfassen.

Themenfelder der BELLA-Studie sind:

Psychische Auffälligkeiten und Störungen

- depressive Störungen
- Angststörungen
- Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)
- Störungen des Sozialverhaltens

Risiko- und Schutzfaktoren
- biologische Risiken und personale Ressourcen
- familiäre Belastungen und Ressourcen
- soziale Risiken und Ressourcen

Subjektive Gesundheit
- gesundheitsbezogene Lebensqualität
- chronische Erkrankung und Behinderung

Aus den in der BELLA-Studie erhobenen Daten können in Verbindung mit den Survey-Daten aktuelle Angaben zu der Prävalenz der untersuchten psychischen Auffälligkeiten abgeleitet werden und Risikogruppen detailliert beschrieben werden. Der längsschnittliche Untersuchungsteil liefert bedeutsame Aufschlüsse darüber, welche Faktoren Entstehung und Verlauf psychischer Auffälligkeiten und Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen beeinflussen. Durch die Einbeziehung der „klinischen Inanspruchnahme-Stichprobe“ können Gruppen mit psychischen Auffälligkeiten und Störungen unterschiedlicher Schweregrade kontrastierend analysiert werden. Die Ergebnisse des Moduls bilden die Grundlage für die Planung effektiver Präventions- und Interventionskonzepte, die der Unterstützung einer gesunden seelischen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland dienen sollen (weitere Informationen unter: www.bella-studie.de).

Kurzbericht aus der Epidemiologischen Forschungsgruppe „Subjektive Kinder- und Jugendgesundheit“ des RKI. Ansprechpartnerin ist PD Dr. Ulrike Ravens-Sieberer (E-Mail: Ravens-SiebererU@rki.de).

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