News | English | Robert Koch-Institut | Sitemap | Kontakt | Email | Home   
  ::  die Studie
  ::  für Kids
  ::  für Eltern
  ::  für Medien
  ::  für Experten
für Experten
  ::  Kurzbeiträge
2011
2009
2007
2006
2005
2004
2003
  ::  Fachbeiträge
  ::  Wissenschaftlicher Beirat
  ::  KiGGS-Fragebögen
  ::  Ergebnisse
  ::  Daten/SOP
durchgeführt vom:
Befragung zum Thema Ernährung

Epidemiologisches Bulletin 10.04

Die Ernährung hat in allen Lebensphasen einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen. Bei Kindern und Jugendlichen hat eine ausgewogene und gesunde Ernährung einen ganz besonderen Stellenwert, da sie beim Wachstum und bei der körperlichen Entwicklung eine wesentliche Rolle spielt. Das fängt schon bei der werdenden Mutter an, die einen erhöhten Bedarf an verschiedenen Nährstoffen wie Eiweiß, Jod, Vitamin A und Eisen hat, der jedoch häufig über die übliche Ernährung nicht gedeckt wird. Insbesondere Folsäure spielt während der Schwangerschaft eine wichtige Rolle bei der Zellteilung und senkt das Risiko für Neuralrohrdefekte. Auch sollte während der Stillzeit verstärkt auf die Bedarfdeckung an Nährstoffen geachtet werden. Beispielsweise kann durch eine zu geringe Sonneneinwirkung der Vitamin-D-Gehalt in der Muttermilch zu niedrig sein, um den relativ hohen Bedarf bei Säuglingen und besonders Frühgeborenen zu decken.

Es mehren sich Hinweise, dass die Ernährung im frühen Kindesalter einen Einfluss auf später auftretende gesundheitliche Komplikationen haben kann und zur Entwicklung von z. B. Diabetes mellitus, Allergien oder Übergewicht beitragen kann. Die Prävalenz von Übergewicht hat bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren zugenommen und wird inzwischen von der WHO als vordringliches Gesundheitsproblem gesehen. Auch werden schon in der Kindheit Präferenzen für bestimmte Lebensmittel geprägt, Essstörungen wie Anorexia und Bulimia nervosa treten bereits im Jugendalter auf.

Ernährungsverhalten ist ein vielschichtiges Thema, dessen unterschiedliche Aspekte nicht mit einer oder zwei Fragen erfasst werden können. Deshalb wurde eigens für den Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) ein Ernährungsfragebogen entwickelt. In diesem Fragebogen werden die Verzehrhäufigkeiten und Portionsgrößen von etwa 50 Lebensmittelgruppen erfragt. Die Standardportionen werden mit entsprechen Fotos erläutert. Der Fragebogen wird den Teilnehmern mit der Terminbestätigung zugeschickt und sie werden gebeten, ihn ausgefüllt zum Untersuchungstermin mitzubringen. Der Rücklauf dieser Fragebögen ist bisher sehr gut, er liegt bei etwa 98 %. Die zum Ausfüllen benötigte Zeit beträgt ungefähr 15 bis 20 Minuten.
Mit den erhaltenen Informationen soll ein Einblick in das Ernährungsverhalten von Kindern und Jugendlichen gewonnen werden und es sollen Problembereiche im Ernährungsverhalten und bei bestimmten Personengruppen bestimmt werden.

So wird folgenden Fragen nachgegangen:
- Trinken Kinder ausreichend?
- Verzehren Kinder genügend Obst und Gemüse?
- Ernähren sich Kinder in Städten anders als Kinder in ländlichen
  Regionen?
- Weisen übergewichtige Kinder besondere Merkmale auf?
- Welche Bedeutung hat der soziale Status der Eltern für die
  Ernährung von Kindern und Jugendlichen?
- Ab welchem Alter machen Jugendliche erste Erfahrungen mit
  Alkohol?

Die dabei erhobenen Daten können in Verknüpfung mit den weiteren erhobenen Gesundheitsdaten wichtige Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Ernährungsverhalten und Gesundheit liefern. Eine ausführliche Beschreibung und Hintergrundinformationen zu diesem Ernährungsfragebogen sind dem aktuellen Märzheft des Bundesgesundheitsblattes 1 zu entnehmen.

Mitteilung aus der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung des RKI. Anfragen zu KiGGS unter KiGGS@rki.de.

1 Mensink G, Burger M: Was isst du? Ein Verzehrshäufigkeitsfragebogen für Kinder und Jugendliche. Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2004; 47 (3): 219–226.

<< zurück zur Liste  

Artikel drucken | Artikel versenden
KiGGS für  Experten

Fragebögen (z. B. Thema Ernährung) stehen der Fachöffentlichkeit im pdf-Format zur Verfügung. [mehr]

Publikation im pdf-Format im Bundes-gesundheitsblatt 47/2004: "Was isst du?" (8 Seiten, 346 kB) [mehr]