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Was „CATI“ bedeutet...

Geht es bei uns um Telefoninterviews, dann fällt garantiert der Begriff „CATI“. Herr Schmich und seine Kolleginnen und Kollegen sind in unserer Studie für die Telefoninterviews zuständig. Deshalb haben wir ihn um Auskunft gebeten:

Können Sie uns bitte erklären, was sich hinter dem Begriff „CATI“ verbirgt!?

CATI ist eine Abkürzung und bedeutet „Computer Assisted Telefone Interview“. Das lässt sich in etwa übersetzen als „computergestütztes Telefoninterview“.

Das heißt, die Interviews werden durch ein Computerprogramm gesteuert?

Ja, denn die telefonischen Befragungen müssen unsere Interviewerinnen und Interviewer immer nach dem gleichen Schema durchführen. So stellen wir sicher, dass die Angaben der vielen interviewten Personen am Ende der Studie vergleichbar sind. Man nennt das auch standardisierte Datenerhebung.

Dann haben die Interviews ja nicht viel zu tun mit dem, was Reporter machen...

Das stimmt. Denn meistens überlegt sich ein Reporter ja für jeden Interviewpartner ganz spezielle, auf die Person zugeschnittene Fragen. Und je nachdem, wie die Antworten ausfallen, kann er flexibel darauf eingehen und eventuell ganz andere Fragen stellen als geplant. Allerdings gibt es auch Meinungsumfragen durch Reporter, die dann ebenso wie wir, allen Personen die gleichen Fragen stellen.

Können Sie etwas näher erläutern, wie die Standardisierung beim CATI aussieht?

Konkret bedeutet sie für die Durchführung der Interviews, dass die Reihenfolge und der Wortlaut der Fragen von vornherein festgelegt sind. Gleiches gilt für die möglichen Antworten. Die Interviewer sehen am Bildschirm, welche Frage sie als nächstes stellen sollen und müssen auch die zur Auswahl stehenden Antwortmöglichkeiten genau so vorlesen wie vorgegeben. Dann wird angeklickt, für welche Antwortmöglichkeit sich der Befragte entschieden hat. Oder es wird eine Zahl eingegeben, wenn gefragt wurde, wie häufig etwas vorgekommen ist oder in welchem Lebensalter sich etwas ereignet hat. 

Und alle Teilnehmer bekommen die gleichen Fragen gestellt?

Im Prinzip ja, solange sie zu einer bestimmten Personengruppe gehören. Die Fragen für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen von 11 bis 17 Jahren sind die gleichen. In der Gruppe der jungen Erwachsenen stellen wir aber zum Teil andere Fragen als bei den 11- bis 17-Jährigen. Für die Eltern wiederum gibt es noch mal andere Fragen, je nachdem, wie alt das Kind ist, zu dem die Eltern Auskunft geben.

Aber alle Eltern von 9-Jährigen bekommen die gleichen Fragen gestellt?

Genau. Man kann aber „nicht zutreffende“ Fragen automatisch überspringen. Das heißt, wenn ein Elternteil sagt, dass sein Kind eine bestimmte Krankheit nicht hatte, dann muss man auch keine weiteren Fragen zu dieser Krankheit stellen. Das beschleunigt das Interview.

Wie viele Interviewerinnen und Interviewer sind denn im Einsatz und wo arbeiten sie?

In der aktuellen KiGGS-Studie arbeiten insgesamt 19 Interviewerinnen und Interviewer. Wir haben im Institut ein Telefonstudio eingerichtet, von dem aus wir die Befragungen durchführen.

Kann man denn in Ruhe telefonieren, wenn so viele Interviews gleichzeitig geführt werden?

Alle Interviewer tragen Kopfhörer mit Mikrofonen. Außerdem sind die Arbeitsplätze durch Trennwände voneinander abgeteilt. Jeder Interviewer kann sich dadurch ganz auf sein eigenes Interview konzentrieren.

Und woher wissen die Interviewer, wen sie als nächstes anrufen müssen?

Das wird auch durch die Software gesteuert. Ohne Computer würde man hier schnell den Überblick verlieren. Denn wir führen für KiGGS etwa 600 Interviews pro Monat durch. Zudem sind die Zielpersonen häufig nicht gleich beim ersten Anruf erreichbar oder haben gerade keine Zeit. Das Computerprogramm berücksichtigt, ob jemand noch gar nicht angerufen wurde oder ob jemand beim letzten Versuch nicht erreichbar war und nochmals kontaktiert werden muss. Außerdem wird in die Steuerung einbezogen, ob mit jemandem ein bestimmter Tag für das Interview vereinbart wurde.

Was passiert eigentlich, wenn jemand nicht gut genug Deutsch spricht für ein Interview?

Die Frage haben wir uns auch gestellt, als wir die Studie vorbereitet haben. Leider ist es aber nicht möglich, dass jederzeit Interviewer bereit stehen, die die Befragungen auch in anderen Sprachen durchführen könnten. Man weiß ja vorher nie, wann man mit jemanden spricht, der das Interview z. B. auf Russisch führen möchte. Wir haben deshalb unsere Interviews in verschiedene Sprachen übersetzen lassen und Papierfragebögen angefertigt. Eltern, die kein Interview auf Deutsch führen können oder möchten, haben dann die Möglichkeit, einen übersetzten Papierfragebogen bei uns zu bestellen, ihn zu Hause in Ruhe auszufüllen und an uns zurück zu senden. Aber das kommt eher selten vor.

 

Stand: April 2011

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