
Wir wollten wissen, warum KiGGS
überhaupt gemacht wird.
Keiner kann das besser wissen als das ROBERT KOCH-INSTITUT. Die Leute vom Institut haben sich die ganze Studie schließlich ausgedacht. Deswegen haben wir Herrn Thamm, der immer die Interviews geben muss, ein paar Fragen gestellt:
Warum wird diese Studie überhaupt gemacht?
Ja, wie kamen wir auf diese Idee?
Zunächst einmal gab es da eine Fülle von Fragen:
- Wie gesund oder krank sind die Kinder und Jugendlichen in
Deutschland und wie fühlen sie sich?
- Welche Krankeiten spielen für Kinder und Jugendliche die größte
Rolle?
- Warum verunglücken Kinder und Jugendliche und wie häufig kommt
das vor?
- Welche Ärzte und wie viele Krankenhausplätze werden für die
Versorgung kranker Kinder und Jugendlicher benötigt?
- Nehmen auch Kinder schon Medikamente und – wenn ja – welche
und wie viele und wie lange?
- Was tun Kinder und Jugendliche, um Risiken zu vermeiden, tragen
sie z. B. gerne Fahrradhelme oder gilt das als uncool?
- Wann entwickeln Kinder welche körperlichen oder andere
Fähigkeiten, und gibt es Umstände, die diese Entwicklung fördern
oder verzögern?
Haben die Menschen sich früher denn auch schon solche
Fragen gestellt?
Grundsätzlich ja: Aber früher hat man sich um das Überleben von Babys und Kindern die größte Sorge gemacht, eine Sorge, die wir heute kaum noch haben müssen.
Heute fragen wir deshalb nicht nach der Lebenserwartung von Kindern und Jugendlichen, sondern danach, wie sie leben, wie es ihnen geht, wie sie sich fühlen und was wir alle dazu tun können, damit es ihnen noch besser geht.
Stellen sich denn auch Menschen in anderen Ländern Fragen zur Kindergesundheit?
Ja, natürlich: Leider gibt es immer noch Länder in dieser Welt, wo die Säuglings- und Kindersterblichkeit eine große Rolle spielen, so dass sich Fragen dort danach richten, wie man helfen kann, dass mehr Kinder überleben. Oft richten sich die Sorgen auf die einfachsten Fragen der Ernährung, der Wasserversorgung und der Vermeidung von Krankheiten, die bei uns kaum noch eine Rolle spielen.
In Ländern, wo die Verhältnisse mehr denen bei uns ähneln, sind auch die Fragen ähnlich und beschäftigen sich mit dem Gedanken, dass aus möglichst gesunden Kindern und Jugendlichen möglichst gesunde Erwachsene werden sollen. In diesen Ländern und bei uns gibt es ganz andere Probleme, die z. B. eher mit einem Überfluss am Nahrungsangebot zusammenhängen als mit dessen Fehlen.
Kann man denn diese Fragen wirklich noch nicht beantworten? Das muss doch bekannt sein!
Leider nicht: Auch wenn es viele Informationen zu bestimmten Gesichtspunkten von Gesundheit oder Krankheit mancher Kinder gibt, so existiert doch kein Gesamtüberblick, der uns hilft, die Gesundheit aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland zu beurteilen.
Um solche Antworten zu geben, muss eine Studie durchgeführt werden, die viele Kinder und Jugendliche untersucht und die so geplant und durchgeführt wird, dass die Ergebnisse dieser Studie auf alle Kinder und Jugendlichen übertragbar sind.
Können denn nicht einfach alle Kinder und Jugendlichen untersucht werden?
Das geht leider nicht. Bis die Studie fertig wäre, wären die Kinder längst erwachsen, das Ganze wäre auch viel zu teuer.
Also müssen wir Kinder und Jugendliche auswählen, die an unserer Studie teilnehmen können.
Aber die Ergebnisse müssen für alle gelten!
Wie geht denn das jetzt? Ich wähle einige aus und weiß dann über alle Bescheid ...
Ganz einfach: Die Auswahl muss vollkommen zufällig erfolgen. Kluge Menschen haben ausgerechnet, dass 1 Kind (oder Jugendlicher) von 800 – streng zufällig ausgewählt – ausreicht, um die Informationen der Studie auf alle Kinder oder Jugendlichen übertragen zu können.
Und was geschieht nun mit den Studienergebnissen?
Alle Ergebnisse werden als Ergebnisdaten zu einer Datenbank zusammengefasst und im Computer des Robert Koch-Instituts gespeichert. Namen stehen da natürlich nicht drin.
Dann können sie von allen Experten, die Fragen zur Kinder- und Jugendgesundheit haben, ausgewertet werden.
Was aber machen die Experten mit diesen Auswertungsergebnissen?
Sie wiederum beantworten die Fragen der Politikerinnen und Politiker, die sich um die Gesundheit von Kindern und/oder Jugendlichen in unserem Land sorgen. Die wissen dann genau, an welcher Stelle z. B. Versorgungsengpässe bestehen, wo wir alle uns noch mehr anstrengen müssen, um eurer Gesundheit zu dienen. Und wo dann z. B. das Geld der Krankenversicherungen sinnvoll eingesetzt werden muss, damit die Kinder- und Jugendgesundheit noch besser wird.