Die Cholera ist eine Infektionskrankheit, die zu starken wässrigen (auch „reiswasserartig“ genannt) Durchfällen führt. Der erkrankte Mensch verliert so massiv Flüssigkeit, bis zu 20 Liter täglich. So verläuft die Krankheit, wenn sie nicht behandelt wird, in 60% der Fälle tödlich.
Die Cholera findet in Ländern mit mangelnden Hygienebedingungen (Afrika, Süd- und Mittelamerika, Fernost) weltweit Verbreitung. Hier werden die Erreger der Erkrankung - Bakterien, die Vibrio cholerae genannt werden – vor allem durch Trinkwasser und Nahrungsmittel übertragen, die mit Fäkalien verschmutzt wurden. Besonders anfällig sind mangelernährte Personen, so dass jeder fünfte auch tatsächlich erkrankt. In Deutschland kommt die Cholera nur vereinzelt vor, zum Beispiel wenn heimkehrende Urlauber den Erreger mitbringen, denn eigentlich verhindern hier die hohen gesetzlichen Hygieneregeln dass die Bakterien über Nahrungsmittel oder Trinkwasser aufgenommen werden können.
Die Cholera ist eine meldepflichtige Krankheit, der behandelnde Arzt muss also das zuständige Gesundheitsamt, sowohl über den Krankheitsverdacht, als auch über die tatsächliche Erkrankung und den Tod an Cholera, informieren.
Die Geschichte der Cholera
Schon seit dem 6. Jahrhundert ist die Cholera in Indien bekannt. Von hier verbreitete sich die Krankheit über ganz Europa. Immer wieder gab es große Ausbrüche der Seuche seit dem 19. Jahrhundert, denn die Menschen kamen durch die neuen Erfindungen, zum Beispiel das Dampfschiff, immer mehr in der Welt herum und ermöglichten so auch den Krankheitserregern, wie den Vibrio cholerae, sich immer weiter auf der Welt zu verbreiten.
1883 gelang es Robert Koch den Erreger der Cholera zu entdecken. Ohne diesen Fund wäre es wohl nicht möglich gewesen, eine wirksame Bekämpfung gegen die Krankheit zu entwickeln. Erst jetzt wurde klar, wie sich die Cholera-Bakterien verbreiten, nämlich durch verschmutztes Trinkwasser und verseuchte Nahrungsmittel. Damit entstand die Einsicht, dass der sicherste Schutz gegen die Erkrankung, gesunde Städte – und hierzu gehören strenge Hygieneregelungen mit Beseitigung von Abfällen und die Versorgung mit reinem Trinkwasser - sind.
Wie kommt es zur Cholera- Erkrankung?
Kommen Lebensmittel, wie z.B. Gemüse, bei der Zubereitung in Kontakt mit den Cholera- Bakterien oder wird Fisch nicht richtig gekocht oder sogar roh gegessen, dann kann sich der Mensch mit dem Erreger infizieren. Auch kann Wasser, wenn auf Sauberkeit nicht ausreichend geachtet wird, mit Stuhl verunreinigt sein. Dann gelangen die Cholerabakterien in den Magen-Darmtrakt des Menschen und führen zur Infektion. Auch wenn nicht alle Menschen auch tatsächlich erkranken, scheiden alle Infizierten die Bakterien mit ihrem Stuhl aus und können so die Ausbreitung der Erkrankung fördern.
Welche Krankheitszeichen macht die Cholera bzw. wie lässt sich die Cholera erkennen?
Bereits zwei bis fünf Tage nach der Infektion beginnt die Erkrankung mit immer weicher werdenden Stuhlentleerungen, bis schließlich wässrige Durchfälle auftreten, die zwar schmerzlos sind, aber zu Flüssigkeitsverlusten bis zu 20l/Tag führen. Seltener tritt auch Erbrechen auf. Der erkrankte Mensch zeigt zunehmend Austrocknungserscheinungen, die zu Bewusstseinsstörungen und schließlich Kreislaufkollaps führen können.
Den Cholera-Erreger kann der Arzt im Stuhl oder im Erbrochenen des Infizierten nachweisen.
Wie behandelt man die Cholera?
Am Wichtigsten ist der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten. Die Bakterien werden mittels Antibiotika abgetötet.
Wie kann eine Cholera-Erkrankung verhindert werden?
Bei guten hygienischen Verhältnissen und sauberem Trinkwasser hat der Cholera-Erreger eigentlich keine Möglichkeit, Schaden anzurichten. In Deutschland ist zudem der Ernährungszustand der Menschen so gut, dass die guten Abwehrkräfte einem Angriff der Bakterien in der Regel standhalten. In Ländern, in denen die Hygiene nicht ausreichend beachtet wird, sollte man kein ungekochtes Wasser verwenden, nicht einmal zum Zähneputzen. Auch das Verspeisen von rohen Lebensmitteln ist nicht ratsam. Wenn ein Mensch an der Cholera erkrankt ist, wird er solange isoliert, bis er keine Erreger mehr mit seinem Stuhl ausscheidet, damit nicht noch weitere Menschen angesteckt werden können. Bei Reisen in gefährdete Gebiete kann eine Schutzimpfung sinnvoll sein, die zwar keinen vollständigen Schutz bietet, aber den Verlauf einer Erkrankung abschwächt.
Weitere Informationen bietet das Auswärtige Amt.
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