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Pest

Die Pest- oder der „Schwarze Tod“ - ist eine hochansteckende, bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Yersinia pestis übertragen wird. Der Erreger nutzt wildlebende Nagetiere und Flöhe als Wirt um sich zu verbreiten und gelangt so auch in den Menschen. Schließlich ist auch die Übertragung der Krankheit von Mensch zu Mensch möglich. Man unterscheidet verschiedene Verlaufsformen der Pest: Beulenpest, abortive (=nicht voll ausgebrochene) Pest, Lungenpest und Pestsepsis. Die Pest kommt heutzutage noch in Amerika und Afrika vor. Nach dem Infektionsschutzgesetz muss der Arzt sowohl den Krankheitsverdacht, die Erkrankung und den Tod an Pest an das zuständige Gesundheitsamt namentlich melden.

Die Geschichte der Pest

Seit der Antike ist die Pest (von lateinisch pestis = ansteckende Krankheit, Seuche) bekannt und immer wieder kam es zu schweren Ausbrüchen der Seuche in Asien und Europa. In den Jahren 1347 bis 1353 kostete die Krankheit rund 25 Millionen Menschen das Leben, was einem Drittel der damaligen Weltbevölkerung entsprach und die damaligen Menschen vom „Großen Sterben“ („magna mortalis“) sprechen ließ.

Seit dem 17. Jahrhundert hatte sich dann die Bezeichnung „Schwarzer Tod“ durchgesetzt, da es durch die Infektion zu ausgedehnten Blutungen in der Haut kommt, die im geronnenen Zustand eine schwärzliche Farbe annehmen. Eine Erklärung, welche Ursache die Pest haben könnte, gab es nicht. Dafür waren viele Vermutungen im Umlauf: Die Krankheit als Strafe Gottes für die Sünden der Menschen, die verdorbenen Winde oder die schlechte Sternenkonstellation. Es wurde nach Sündenböcken für die Krankheit gesucht. Beschuldigt wurden Ausländer, Juden, Bettler, Hexenmeister. Den wahren Pesterreger kannte man damals noch nicht. Dieser wurde erst 1894 gleichzeitig von dem japanischen Mitarbeiter Robert Kochs, Shibasaburo Kitasato, und dem Franzosen Alexandre Yersin entdeckt. Den Übertragungsweg identifizierte man dann 1897 durch die Entdeckung, dass der Erreger von Flöhen weitergegeben wird.

Die Pest ist auch heute noch nicht ausgerottet, aber der Schaden, den die Erkrankung verursachen kann, hält sich in Grenzen, da die Ausbreitung durch moderne Methoden, wie Isolations- und Quarantänemaßnahmen weitgehend verhindert werden kann.

Wie kommt es zu einer Pest-Erkrankung?

Die Bakterien Yersinia pestis werden durch Flöhe übertragen, die bei Nagetieren (v.a. Ratten) vorkommen. Wird ein Mensch von einem infizierten Floh gebissen kommt es nach 2 bis 6 Tagen zum Ausbruch der Krankheit. Ist die Pest erst einmal beim Menschen angelangt, stecken sich die Menschen gegenseitig an. So gelangen die Bakterien über verschiedene Eintrittspfoten in den Körper. Über Wunden, Verletzungen der Haut oder im Mund. Bei der Lungenpest, die nur wenige Stunden benötigt, um in dem infizierten Menschen auszubrechen, reicht sogar die Übertragung durch die Luft (aerogene Übertragung), wenn der Kranke z.B. durch Sprechen, Erreger in die Luft frei setzt.

Welche Krankheitszeichen macht die Pest bzw. wie kann man die Pest erkennen?

Die am häufigsten auftretende Form der Pest ist die Beulen- oder Bubonenpest, die direkt durch den Biss des Flohs übetragen wird. Sie beginnt schon 2 bis 6 Tage nach der Infektion mit einem schweren Krankheitsgefühl, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Benommenheit. An der Stelle, an der der Floh seinen Biss gesetzt hat, kommt es schließlich zu einer schmerzhaften Entzündung der Lymphknoten mit einer beulenartigen Schwellung. Bricht die Beule nach außen auf, kann der erkrankte Mensch geheilt werden. Treten die Erreger jedoch in die Blutbahn über (Sepsis), können sie in die Lunge gelangen und dort zur Lungenpest führen.
Die Lungenpest kann also als Folge einer Beulenpest entstehen, sie kann aber ebenso direkt durch die Übertragung der Erreger über die Luft entstehen. Nach nur 1 bis 2 Tagen nach dem Kontakt mit einem Erkrankten, beginnt diese Form der Pest mit Atemnot, Husten und einem blutig-eitrigen Auswurf. Die Erkrankten versterben dann innerhalb einer Woche.

Die Pestsepsis, eine Überschwemmung des Blutes mit den Pesterregern, kann aus einer Beulenpest oder aber einer Lungenpest entstehen und führt innerhalb von 12 Tagen immer zum Tode.

Manchmal bricht die Pest jedoch nicht richtig aus und geht nur mit mildem Fieber und einer geringen Schwellung der Lymphknoten einher. Diese Form der Erkrankung verläuft nicht tödlich und der Mensch ist dann sein Leben lang vor der Pest geschützt.

Die Bakterien Yersinia pestis können mikroskopisch in Sputum, Blut oder in den Lymphknoten des Erkrankten nachgewiesen werden.

Wie behandelt man die Pest?

Mit der frühzeitigen Gabe von Antibiotika ist die Krankheit heilbar. Erkrankte Menschen müssen isoliert werden, damit sich die Seuche nicht ausbreiten kann.

Wie kann die Pest verhindert werden?
 
Eine Impfung gegen die Pest ist möglich, aber die Schutzrate ist sehr niedrig. Wurde die Infektion erfolgreich durchgemacht, ist der Mensch sein Leben lang immun gegen die Infektion.

Die beste Vorbeugung gegen die Infektionserkrankung ist die Bekämpfung von Ratten und Flöhen, da diese einen Wirt für die Bakterien darstellen.

Weitere Informationen bietet das Robert Koch-Institut.

                              >> mehr zu Cholera hier << 

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