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Pocken

Die Pocken – die auch Blattern oder Variola genannt werden – sind eine hoch ansteckende, gefährliche Infektionskrankheit. Der Erreger ist das Variola-Virus. Es existieren zwei verschieden Formen der Pocken: Die lebensgefährlichen echten Pocken und die harmloseren weißen Pocken. Durch die Erkrankung kommt es zu charakteristischen Hautveränderungen. Im Jahr 1967 erklärte die Weltgesundheitsorganisation die Pockenimpfung zur Pflicht, so dass der letzte natürliche Erkrankungsfall an Pocken 1977 in Somalia auftrat. Seit 1983 ist diese Impfpflicht in Deutschland wieder aufgehoben. Offiziell gibt es das Virus nur noch in zwei Laboratorien auf der Welt - in Russland und den USA.

Die Geschichte der Pocken

Die Pocken sind schon seit tausenden von Jahren bekannt. Selbst an der Mumie des ägyptischen Pharaos Ramses V lassen sich deutliche Pockennarben erkennen. Ausbrüche der Pockenerkrankung ziehen sich durch die gesamte Geschichte des Menschen. Die europäischen Eroberer brachten die Krankheit nach Amerika mit und infizierten dort zahlreiche Ureinwohner. In Europa gab es immer wieder Pocken-Epidemien. Im 18. Jahrhundert hatten die Pocken schließlich die Pest, die bis dahin als schlimmste Krankheit galt, abgelöst. Auch berühmte Persönlichkeiten der Geschichte machten die Erkrankung durch, so z. B. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und die österreichische Kaiserin Maria Theresia (1717-1780). Schon bald entwickelten die Menschen verschiedene Schutzimpfungen gegen die Pocken. So gab es seit dem 17. Jahrhundert die Methode, Variolaviren in die Haut einzubringen (Variolation genannt), was zwar zu einer Ansteckung führt, die Krankheit aber sehr milde verlaufen lässt und den Menschen lebenslang schützt. Schließlich entwickelte der Engländer Edward Jenner eine Schutzimpfung mit einer Flüssigkeit, die er aus den Pockenblasen von Kühen gewonnen hatte (Vaccination genannt). Im Deutschen Reich war es Pflicht sich gegen die Pocken impfen zu lassen und erst 1983 wurde diese Impfpflicht in Deutschland gesetzlich wieder aufgehoben, da die Impfung auch mit Nebenwirkungen verbunden ist und ein Erkrankungsrisiko nicht mehr gegeben schien.

Wie kommt es zur Pocken-Erkrankung?

Pocken werden durch das Variola-Virus ausgelöst. Die Erkrankung kann direkt von Mensch zu Mensch durch die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen werden. Das bedeutet, dass der Erreger z. B. beim Husten des kranken Menschen auf den gesunden übergehen kann. Auch die Haut und alles, was den Kranken berührt (Wäsche, Abfall) hat, ist ansteckungsverdächtig.

Welche Krankheitszeichen machen die Pocken bzw. wie lassen sich die Pocken erkennen?

Nach einer Ansteckung kommt es nach ca. 12-14 Tagen zunächst zu Krankheitszeichen, die einer Grippe ähneln: Schnell einsetzendes hohes Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen. Der typische Hautausschlag tritt 2-4 Tage später auf. Dieser besteht aus Bläschen, die sich an fast allen Stellen des Körpers finden. Die meisten Kranken überleben die Pocken mit deutlich erkennbarer Narbenbildung, häufig verläuft die Krankheit jedoch auch tödlich. Der Arzt erkennt die Pocken durch dieses typische Krankheitsbild mit den Hautveränderungen. Auch den Erreger, das Variola-Virus, kann man gut nachweisen, wenn die Flüssigkeit aus den Hautbläschen unter dem Elektronenmikroskop untersucht wird.

Wie behandelt man die Pocken?

Ein Mittel gegen das Virus ist nicht bekannt, so dass man nur die Krankheitszeichen behandeln kann. Es können fiebersenkende Medikamente gegeben werden, auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr muss geachtet werden und der Kranke sollte das Bett hüten. Ganz wichtig ist es, den infizierten Menschen zu isolieren, damit sich die Erkrankung nicht verbreiten kann.

Weitere Informationen bietet das Robert Koch-Institut.

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