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Tuberkulose

Die Tuberkulose (TBC) – auch Schwindsucht genannt – ist eine chronisch verlaufende Infektionskrankheit. Sie ist weltweit verbreitet und gewinnt heutzutage wieder an Bedeutung, besonders bei abwehrgeschwächten Menschen (wie zum Beispiel HIV- Erkrankten) kann die Krankheit tödlich sein. Weltweit sterben jährlich 3 Millionen Menschen an den Folgen der Tuberkulose. Auslöser der Krankheit sind die Tuberkelbakterien (Mycobacterium tuberkulosis), die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. In erster Linie betrifft die Tuberkulose die Lunge, die Erreger können aber über die Blutbahn auch die anderen Organe, z.B. Knochen, Haut Verdauungstrakt oder Hirnhäute befallen. Die meisten Krankheitsfälle treten in Afrika, Südostasien und in Krisengebieten auf, da ein schlechter Ernährungszustand, niedere soziale Verhältnisse und ein geschwächtes Immunsystem die Infektion und Erkrankung begünstigen. In Westeuropa ist die Tuberkulose seltener, da die Lebensbedingungen besser sind und medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten bestehen. In Deutschland gehört die Tuberkulose zu den meldepflichtigen Erkrankungen, das bedeutet, dass Erkrankung und Tod durch Tuberkulose vom behandelnden Arzt an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden muss.
Zunehmend besorgt sind die Gesundheitsbehörden auch der entwickelten Länder über die zunehmende Resistenzentwicklung der Tuberkulose-Erreger. Das bedeutet, dass eine Behandlung mit Antibiotika nicht mehr wirksam ist, und so immer weniger Möglichkeiten der Behandlung bestehen. Antibiotikaresistenzen bei Tuberkulose-Erregern sind weltweit verbreitet, und in einigen Regionen, darunter Osteuropa, haben sie erschreckende Ausmaße angenommen. Das zeigt die neue globale TBC-Medikamenten-Resistenzstudie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch in Deutschland war bei der Resistenzentwicklung im Jahr 2002 eine steigende Tendenz gegenüber dem Vorjahr erkennbar. Der Anteil der isolierten Tuberkulose-Erreger mit einer Resistenz gegen mindestens eines der fünf Standardmedikamente lag bei 12,1 Prozent (2001: 10,9 Prozent).

Die Geschichte der Tuberkulose

Die Menschen kennen die Tuberkulose schon seit mehr als 6000 Jahren. Weil die Krankheit mit einem allgemeinen körperlichen Verfall einhergeht, benutzte Hippokrates (ca. 460 – 375) den Begriff „Phthisis“ (Schwindsucht). 1832 gab Johann Lucas Schönlein (1793 – 1864) der Erkrankung den Namen Tuberkulose, da in der Lunge der Erkrankten charakteristische Läsionen („Tuberkel“) zu finden waren.
Im 16./17. Jahrhundert starb fast jeder vierte Erwachsene in Europa an der Erkrankung und im 19. Jahrhundert wurde die Tuberkulose sogar zur häufigsten Todesursache.

Erst Robert Koch gelang es 1882 in Berlin den Erreger der Tuberkulose – das Mycobakterium tuberkulosis – zu entdecken. Eine bahnbrechende Neuerung, da nun endlich nach einer wirksamen Behandlung der Krankheit geforscht werden konnte. Aber erst 40 Jahre später stand ein wirksamer Impfstoff gegen die Erkrankung zur Verfügung. 1921 wurde die Tuberkulose-Schutzimpfung eingeführt, die aber heute nicht mehr empfohlen wird. Um 1970 glaubte man, die Tuberkulose in der westlichen Welt ausgerottet zu haben, da die verbesserten Lebensbedingungen und die wirksamen Medikamente der Erkrankung keine Möglichkeit zur Ausbreitung mehr geben würden. In den 80er Jahren wurde dann jedoch klar, dass diese Hoffnung verfrüht war, denn wieder kam es zu einem starken Anstieg an Erkrankungen und Todesfällen an Tuberkulose. Zum einen war dies durch Zuwanderungen von Menschen aus der dritten Welt und Osteuropa bedingt, da dort die Erkrankung noch nicht effektiv bekämpft werden konnte und die Erreger so wieder nach Westeuropa eingebracht wurden. Zum anderen führte die noch recht neue Erkrankung Aids, durch den HIV-Erreger, bei den betroffenen Menschen zu einer Abwehrschwäche, was sie dem Mycobacterium tuberkulosis schutzlos auslieferte und zu einen Ausbruch der Tuberkulose führte.

Wie kommt es zu einer Tuberkulose-Erkrankung?

Die Tuberkulose ist ansteckend. Allerdings nur, wenn der Erreger Mycobakterium tuberkulosis in einem infizierten Menschen eine Verbindung nach außen, also aus dem Körperinneren heraus, hat. Dann spricht man von der „offenen Tuberkulose“ und es werden Erreger von einem Menschen auf den anderen übertragen, wenn die Bakterien den kranken Menschen verlassen. Dies kann durch Sprechen, Husten oder Niesen (daher auch Tröpfcheninfektion) geschehen. Gesunde Menschen können den Angriff der Erreger meistens erfolgreich abwehren, aber wenn der Mensch abwehrgeschwächt ist, z.B. weil er eine HIV- Infektion hat oder schlecht ernährt ist, dann kann schnell eine Erkrankung folgen. Besonders gefährdet sind auch Säuglinge und kleine Kinder, weil diese noch nicht so ein gutes Abwehrsystem haben wie ein gesunder Erwachsener. Menschen mit einer offenen Tuberkulose müssen frühzeitig erkannt und isoliert werden, damit sich die Erkrankung nicht ausbreitet. Nach zwei bis drei Wochen Behandlung ist die Lungentuberkulose nicht mehr ansteckend und die Isolation kann aufgehoben werden.

Welche Krankheitszeichen macht die Tuberkulose bzw. wie kann man die Tuberkulose erkennen?

Manchmal merkt der Mensch gar nicht, dass er sich mit dem Mycobakterium tuberkulosis infiziert hat. Vielleicht bekommt er Beschwerden wie bei einer Grippe, also Müdigkeit, Schwäche, Appetitlosigkeit, leichtes Fieber und Gewichtsabnahme. Auch Nachtschweiß kann auftreten. Typischerweise leiden die Betroffenen auch unter Husten und „Hüsteln“, der mindestens drei Wochen andauert. Beim Atmen kann es zu Schmerzen kommen. Erst wenn die Erkrankung schon länger andauert, hustet der Kranke Blut ab.
Weil die Erkrankung vor allem zu Beginn nur so allgemeine Beschwerden macht, ist es für den Arzt nicht ganz einfach, die Tuberkulose zu entdecken. Hierbei helfen ihm zum einen die Krankheitsgeschichte des Betroffenen, in der es vielleicht Hinweise auf eine mögliche Ansteckung gibt und die Durchführung eines Hauttests: Hat der Körper schon einmal Kontakt mit dem Bakterium gehabt, dann kann der Arzt das hiermit nachweisen. Leider ist der Test nicht immer hilfreich, denn auch eine Schutzimpfung vor Tuberkulose liefert dasselbe Testergebnis, wie eine Erkrankung – der Test wird positiv. Eine Röntgenaufnahme hilft, Tuberkuloseherde in der Lunge zu finden. Am Besten weißt der Arzt die Bakterien im Auswurf, Urin oder Magensaft des Erkrankten nach, was aber nur durch eine mikrobiologische Untersuchung dieser Körperausscheidungen möglich ist.

Wie behandelt man die Tuberkulose?

Die Tuberkulosebakterien werden mit Antibiotika, also speziellen Antituberkulotika, abgetötet. Die Behandlung dauert mindestens sechs Monate, manchmal sogar bis zu zwei Jahren. Dieser lange Zeitraum, in denen die Medikamente konsequent eingenommen werden müssen, verhindert, dass die Bakterien sich auf den Wirkstoff einstellen und dann nicht mehr damit abgetötet werden können, was wieder eine Erkrankung und vielleicht sogar den Tod des Erkrankten zur Folge hätte.

Wie kann eine Tuberkuloseerkrankung verhindert werden?

Am Besten ist es, Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert haben, frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Der größte Schutz vor Tuberkulose besteht in einem guten Abwehrsystem, welches durch ausreichende Ernährung, einen guten Gesundheitszustand und strenge Hygieneregeln erreicht werden kann. Die Impfung gegen Tuberkulose wird in Deutschland nicht mehr empfohlen, da durch die Impfung häufig ungewollte Nebenwirkungen aufgetreten sind.

Welche Schwierigkeiten macht die Tuberkulose?

Wird frühzeitig erkannt, dass ein Mensch an Tuberkulose erkrankt ist und wenn dieser dann regelmäßig und ausreichend lange die Medikamente einnimmt, dann heilt die Erkrankung meistens ohne Folgen aus. Ist der Mensch aber stark abwehrgeschwächt, oder wird erst spät erkannt, welche Krankheit er sich da zugezogen hat, dann können schwere Schäden an der Lunge und den anderen Organene auftreten, so dass die Tuberkulose auch tödlich verlaufen kann.

Mehr Informationen zur Tuberkulose gibt das Robert Koch–Institut.

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