Bevor die Studie starten konnte, waren jahrelange Vorarbeiten notwendig. Zuerst mussten Informationen zum aktuellen Forschungsstand gesammelt und ausgewertet werden. Anschließend wurde ein Forschungsprogramm ausgearbeitet, begutachtet und getestet.
Vorerfahrungen des Robert Koch-Instituts
Das Robert Koch-Institut verfügt seit vielen Jahren über Erfahrungen
in der Konzeption, Durchführung und Auswertung von Surveys zur Gesundheit der erwachsenen Bevölkerung. Zudem wurden hier repräsentative Erhebungen bei jungen Eltern sowie Schülerbefragungen durchgeführt.
Erstes Konzept
Vor der Basiserhebung gab es in Deutschland keine bundesweit repräsentative, umfassende Untersuchung zur gesundheitlichen Lage von Kindern und Jugendlichen.
1998 erhielt das Robert Koch-Institut vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den Auftrag, Konzept und Instrumente für einen Kinder- und Jugendgesundheitssurvey zu entwickeln. Unter Konsultation zahlreicher Experten und nach Evaluation nationaler und internationaler Datenquellen und Studien wurde ein Projektvorschlag mit Erhebungsinstrumenten und einem Materialband erarbeitet und vom dafür berufenen Gutachtergremium des BMG im November 1998 zur Förderung empfohlen. Der Mittelbedarf erschien angemessen, die Finanzierung konnte jedoch nicht kurzfristig realisiert werden.
Konkretisierter Projektvorschlag
Wegen der Größe und der Neuartigkeit des Projekts wurde 1999 das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) einbezogen.
Für die erneute Begutachtung wurden Projektbeschreibung und Instrumente unter Berücksichtigung der Gutachterempfehlungen von 1998 gründlich überarbeitet. Zusätzlich wurde ein Operationshandbuch mit ausführlichen Arbeitsanweisungen erstellt. Insbesondere die ethischen Aspekte einer Gesundheitsstudie bei Kindern und Jugendlichen, bei denen Informationen sowohl durch Befragungen als auch durch körperliche Untersuchungen sowie Laboranalysen von Blut- und Urinproben vorgesehen sind, waren erneut sorgfältig zu prüfen. Nach positiver Begutachtung durch die Ethikkommission der Berliner Humboldt-Universität (Virchow-Klinikum), den Bundesbeauftragten für den Datenschutz, die zuständigen Datenschutzbeauftragten der Länder Berlin, Brandenburg und Niedersachsen, vor allem aber auch durch ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung berufenes Gutachtergremium wurde das Projekt nach erneuter Ergänzung und Präzisierung zur Förderung empfohlen.
Stand: Mai 2011